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Herstellung einer Urtinktur: Besuch im WALA Pflanzenlabor

Die Basis für viele der WALA Arzneimittel sind unsere sogenannten Urtinkturen. Aber was versteht man darunter und wie wird eine Urtinktur hergestellt?

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Referentin: Petra Uschnig

Diese und weitere Fragen beantwortet die WALA Mitarbeiterin und Mikrobiologin Petra Uschnig, die bereits seit 17 Jahren in unserem Pflanzenlabor arbeitet.

Zunächst einmal zur begrifflichen Erklärung: Eine WALA Urtinktur ist ein wässriger Pflanzenauszug, den wir in einem rhythmischen Verfahren und ohne den Zusatz von Alkohol gewinnen. Das Besondere bei der Herstellung: Alle Prozesse finden an unserem Firmenstandort statt. In ihrem Vortrag stellte Petra Uschnig alle Abläufe ausführlich dar.

Von der Anlieferung zur Verlesung

Alle Pflanzen werden direkt nach ihrer Ernte im Pflanzenlabor angeliefert. Die meisten stammen übrigens aus unserem eigenen Heilpflanzengarten, der ein Zuhause für rund 150 Heilpflanzen bietet. So können wir eine hohe Ausgangsqualität sicherstellen und schützen dank biologisch-dynamischer Anbauweise gleichzeitig die Umwelt. Übrigens helfen die Mitarbeitenden aus dem Pflanzenlabor bei vielen Ernten tatkräftig mit. Schon bei der Ernte spielt der Rhythmus eine große Rolle: Sie beginnt vor Sonnenaufgang, in der Dämmerungszeit, um das größte Wirkpotenzial der Pflanzen zu nutzen. Dementsprechend früh beginnt im Sommer die Arbeit – manchmal schon um 4 Uhr.
Nach der Anlieferung geht es zur nächsten Station: in den Verleseraum. Hier werden die Pflanzen gründlich auf mangelhafte Stellen untersucht. Diese werden dann abgeschnitten, landen im Kompost und dienen nach einiger Zeit wieder als wichtiger Bestandteil für unseren Dünger. Nach dem „Verlesen“ werden die intakten Pflanzenteile gereinigt und getrocknet. Alle Schritte erfolgen in Handarbeit.

So entsteht die Urtinktur

Im nächsten Raum wird dann die Basis für die Urtinktur gelegt. Jede Pflanze wird zunächst geschnitten, zerkleinert und anschließend mit einem Mörser zerstoßen. Auch hierbei kommt es wiederum auf den Rhythmus an: Die Mitarbeitenden führen alle Bewegungen in einer bestimmten Regelmäßigkeit durch und passen dem Rhythmus der Pflanzen somit den Rhythmus der Menschen an. Bei der Arbeit herrscht eine ruhige Stimmung. Nachdem die Pflanzen zerkleinert wurden, werden sie nach einem genauen Mischverhältnis, das für jede Heilpflanze im Homöopathischen Arzneibuch (HAB) hinterlegt ist, vermengt. Je nach Vorschrift wird die Rezeptur mit destilliertem Wasser oder Molke in einem Tontopf angesetzt. Auch Honig, Lactose, Kochsalz oder Hämatit werden je nach Rezeptur hinzugegeben. Diese Zusätze wurden aufgrund von Erfahrungswerten im Laufe der Zeit ergänzt. Honig beinhaltet sogenannte Inhibine, die das Wachstum von Hefen und Bakterien hemmen. Andererseits wirkt er durch den hohen Zuckergehalt (überwiegend Fructose) aufbauend. Die Bienen geben dem Honig auch „Formkräfte“ mit (sechseckige Bienenwaben). Milchzucker (Lactose) ist ein Zweifachzucker und wichtiger Energielieferant. Er ist bei der menschlichen Verdauung wesentlich, bis hin zur Milchsäurebildung.

Alles im Rhythmus

Nun wird der Tontopf, in dem sich das Gemisch befindet, in eine Holzkiste gesetzt. Dort wird es auf 37 Grad erwärmt und der Prozess der Fermentation ausgelöst, der die Haltbarkeit der Auszüge sicherstellt. Dabei sind viele milchsaure Bakterien am Werk. Der Prozess wird in einem Journal festgehalten und genau protokolliert: Wie ist die Konsistenz und wie der Geruch? Liegt der pH-Wert im Normbereich? Nun folgt ein einzigartiger und von der WALA entwickelter Prozess: Sieben Tage lang wird der Ansatz den Polaritäten Licht/Dunkel, Wärme/Kälte, Ruhe/Bewegung ausgesetzt. Dazu wechselt er noch vor dem Sonnenaufgang von der wohligen Wärme in einen Belichtungsraum, wo er ein Eisbad erhält.

Nach dreieinhalb Tagen werden die festen und die flüssigen Bestandteile nach dem Belichtungsprozess getrennt: Der flüssige Ansatz wird abgepresst und bis zum siebten Tag morgens und abends im Glaskolben rhythmisch geschwenkt. Nun kommt dieser flüssige Teil in einen Schrank und wird entsprechend der Rhythmisierung weiterbehandelt. Der feste Teil wird getrocknet und in einem weiteren Schritt zu Asche verarbeitet. Nach den sieben Tagen kommt ein ebenfalls genau bestimmter Anteil der Asche wiederum in die Urtinktur. Ein sehr aufwendiges Verfahren, das auf Rudolf Hauschka, den Firmengründer der WALA, zurückgeht, der damit sicherstellte, dass Pflanzenauszüge ohne Alkohol haltbar gemacht werden können.

Ein Keller voller Schätze

Der vielleicht kostbarste Schatz der WALA Arzneimittel befindet sich im Keller des Pflanzenlabors: Hier dürfen die Urtinkturen mindestens sechs Monate lang reifen. Jedes Regal ist dabei einem Mitarbeitenden zugeordnet und wird regelmäßig von ihm kontrolliert. Es wird ein wahrlich prachtvolles Farbenspiel – von tiefdunklen Rottönen bis zu warmen Gelbtönen – geboten. Nach der Reifezeit wird die Tinktur nochmals gefiltert und dadurch vom Bodensatz getrennt. Jetzt ist die Urtinktur fertig für die weitere Herstellung der Arzneimittel und geht zum Beispiel zur Herstellung von Globuli velati in das Potenzierlabor.